2010/03/14

Cat Café


Die Japaner haben schon manchmal komische Geschäftsideen. Vor allem wenns um Cafés geht. Es gibt Maidcafés, Butlercafés, Vampircafés....
Gestern war ich in einem Cat Café.

Man zahlt tausend Yen und dann kann man eine Stunde lang mit Katzen spielen (es gibt tausend Katzenspielzeuge in dem Raum :D) und kuscheln, Softdrinks trinken so viel man möchte, Wii spielen oder einfach nur rumchillen. Die Katzen sind alle super süß und geduldig und flauschig und wuuuuah.

Wenns den Katzen zu viel wird, können sie jederzeit durch ne Katzenklappe aus dem Besucherraum verschwinden. Und es darf auch immer nur eine gewisse Zahl von Leuten rein.

2010/03/08

Osaka, Sweets Paradise und erste Vorbereitungen für die Abreise

Tut mir Leid, dass ich mal wieder so lange nicht gebloggt habe. Aber ich bin in letzter Zeit wirklich viel am wuseln, feiern und Tokyo in mich aufsaugen. Es muss ja bald für ne ganze Weile reichen.

Der Trip nach Osaka war anstrengend aber cool :) Vorletzten Freitag Abend haben Alex und nach Shinjuku aufgemacht und sind dann erstmal ne ganze Weile rumgeirrt, bis wir den Abfahrtsortes des Busses gefunden haben :D Da standen wir dann noch ne vierstelstunde in taifunartigem Wind und dann ging die "sehr gemütliche" (weil billigster möglicher Bus) 8-stündige Übernachtbusfahrt los. Das einzige was an der Busfahrt wirklich interessant war (viel Landschaft hat man ja nicht gesehen, war ja mitten in der Nacht), war der Besuch einer japanischen Atuobahnraststädte. Ganz auf die bevorzugte Art des Reisens der Japaner abgestimmt, nämlich in Rudeln/großen Gruppen, hatten die Raststädten teilweise 60 Toiletten und ähnliche viele Waschbecken und Schminkplätze. Verrückt. Besonders ulkig fand ich auch das folgende Schild, das die richtige Benutzung einer westlichen Toilette zeigt :D

Am nächsten morgen kamen wir dann so um 7 leicht platt in Tokyo an. Wir haben erstmal in nem Café gefrühstückt und sind dann ins Hostel geteckelt und haben uns n bisschen frisch gemacht. Dann gings auch schon los mit dem Sightseeing. Wir haben uns als erstes Mal die Gegend um Nanba, Amerikamura und Shinsaibashi angeguckt. War wirklich cool...und total andere Atmosphäre als Tokyo. Auch die Leute waren ziemlich anders: offener, meiner Meinung nach etwas freundlicher aber auch lauter. Und lustiger Dialekt :D
Zu Mittagessen gabs dann lecker Modernyaki und anschließend sind wir spontan einfach mal ne Stunde zu zweit Karaoke singen gegangen ^^ Wir sind dann noch ne Weile in der Gegend rumgeschlappt und dann waren wir soooo platt, dass wir ins Hotel sind. Abends waren wir nochmal kurz in der Nähe des Hostels unterwegs und haben zu Abend gegessen. Um punkt 9 lagen wir dann auch schon beide in der Falle (ja wir waren müde).

Am nächsten Morgen gings dann relativ früh los zum Osaka Castle. Der Weg hoch zum Schloss war schon wirklich schön. Es gab einen kleinen Park voller blühender Pflaumenblüten, echt schön. Außerdem haben wir nen lustigen Opa im Baseballoutfit gesehen, der (illegalerweise) die Möven am Schlossgraben mit Brotkrumen gefüttert hat. War ziemlich cool, weil er die Stücke immer wo anders hin hoch in die Luft geworfen hat und die Möwen sie dann in der Luft geschnappt haben.
Das Schloss selber ist auch ziemlich schön, aber reingegangen sind wir nicht. Wir haben uns lieber davor gesetzt und Takoyaki (Oktopusteigbällchen) gegessen. Osaka ist nämlich für seine Takoyaki bekannt ^^. Ich konnte auch nur knapp wiederstehen, einen Takoyakischlüsselanhänger aus dem Souvenirladen zu erstehen xD
Mittags waren wir dann noch so ein bisschen in Tennoji unterwegs und abends haben wir Eric getroffen. Erst waren wir ein bisschen in seinem Guesthouse und haben seine ganzen Mitbewohner kennen gelernt, und danach gings noch ein bisschen dancen. In dem Club war "the entrance is free for the foriegner" (auch Rechtschreibfehler sind ein Zitat) und so war der Abend lustigerweise ziemlich billig für uns. Wir sind dann so um 2 heim, weil wir am nächsten Morgen ja schon so um 11 aus dem Hostel auschecken mussten.
Den letzten Tag haben wir uns dann in Korean Town von Osaka rumgetrieben und waren in Umeda unterwegs. Dort sind wir mit dem schicken roten Riesenrad gefahren und haben da drin so richtig schön abgespastet. :) Abends ging es dann mit den Nachtbus wieder Richtung nach Hause...und wir waren beide so müde, dass wir fast die ganze Zeit geratzt haben :D.
Naja meine Woche verlief dann relativ ereignislos. Am Freitag Abend war ich jedoch das erste Mal im Sweets Paradise. Sweets Parade ist...All you can eat Süßigkeiten. Irgendwie ist es krank. Man kann sich da für 10 Euro 1 1/2 Stunden mit Eis, Kuchen, Pudding, Mocchi, Syrups usw. (und Gott seit Dank auf mit Salat und Pasta... nur Süßkrams des wird echt schwierig für den Magen) vollstopfen. Es war echt ultra lecker...aber danach war mir wirklich schlecht. Dabei waren Rob, Dotto und Ai. War echt lustig. Wir sind dann noch zu Fuß an den Tokyo Tower geteckelt. Ich liebe Tokyo bei Nacht.

Samstag war ich das erste Mal Indonesisch Essen (ja...gutes Essen wird einem automatisch wichtiger wenn man eine Weile in Japan ist). Unser Freund Adip ist aus Indonesien und konnte uns das leckerste empfehlen. Und ich kann euch sagen: es ist BRUTAL lecker! Danach sind wir noch in ner koreanischen Bar versackt mit koreaniscem Soju und koreanischen Trinkspielen. Mehr muss ich dazu wohl nicht sagen :D

Naja im Moment bin ich schon ein bisschen dabei Rückreisevorbereitungen zu treffen. Das erste Paket zum nach Hause schicken ist schon fast gepackt....

Ich kann nicht glauben wie schnell die Zeit verflogen ist

2010/02/24

Die Frau in der U-Bahn

Eine Sache, die ich an Tokyo so liebe ist, dass man problemlos überall mit der Bahn hinkommt. Wer mich kennt weiß, dass Autofahren nicht gerade mein Hobby Nr. 1 ist, und ich laufe lieber die paart Meter zur Station und lass mich dann den großteil des Weges kutschieren, lese dabei und höre Musik.

Andererseits habe ich in japanischen Zügen auch schon so einiges Unangenehmes erlebt. Einmal bin ich im Rush hour Zug fast umgekippt, ich hab mal ein beinah besinnungsloses Mädchen sich die Seele aus dem Leib kotzen sehn, und einmal wurde ich auch angegrabscht. Letzteres hab ich bis jetzt immer als mein schlimmstes Zugerlebnis empfunden. Am Morgen hat dieses Erlebnis jedoch Konkurrenz bekommen.

Am Montag stieg ein paar Stationen nach mir eine Frau in den Zug. Es war mal wieder sehr eng und ich stand genau hinter ihr, und da sie etwas kleiner war als ich konnte ich genau auf ihren Hinterkopf schauen. Ihr Haar war klar erkennbar ziemlich licht, und ich hatte ein bisschen Mitleid mit ihr, weil ich annahm sie habe Haarausfall. Und das ist für Frauen meiner Meinung nach immernoch ein bisschen schlimmer ist als für Männer, vor allem, wenn sie noch so jung sind wie diese Frau es war. Ich dachte mir aber nichts weiter dabei, hüllte mich wieder in gedankliche Blase, in die ich mich in viel zu vollen Zügen immer verkrieche und starrte ins Leere.

Nach kurzer Zeit nahm ich ausden Augenwinkeln eine Bewegung der Frau vor mir war, dachte mir zunächst aber nichts dabei. Ich dachte, sie würde sich einfach nur durchs Haar fahren. Als sich die Bewegung jedoch wiederholte, schaute ich genauer hin... und stellte erschrocken fest, dass die Frau jeweils ein einzelnes Haar an ihrem Kopf griff, es zweimal um ihren Zeigefinger wickelte, und dann mit einem kleinen Ruck ausriss. Am Anfang lies sie sich zwischen dem Ausreisen immer ein paar Sekunden Zeit. Dann wurden ihre Begungen immer hektischer, immer verzweifelter. Irgendwann riss sie auch mehrere Haare gleichzeitig aus.
Obwohl ich versuchte nicht hinzuschauen, weil angestarrt werden dieser Frau bestimmt alles andere als geholfen hätte, musste ich es doch immer wieder tun. Und mir wurde schlecht.
Nicht, weil ich was sie tat eklig fand oder sonst irgendwas. Sondern einfach weil sie mir so verzweifelt vorkam. Andererseits hatte sie glaube ich keinerlei bewusste Kontrolle über das, was sie da gerade tat.
Ich stellte mir vor, wie sie später vielleicht in den Spiegel schauen würde, sehen würde, dass wieder weniger Haare da waren, und anfangen würde zu weinen.
Ich hätte mich gerne, einfach feige weggedreht, aber dafür war es zu eng.
Und ich muss zugeben, ich war beinah erleichtert, als die Frau ausstieg. Wenn man es als normales Aussteigen bezeichnen kann, wenn jemand, sobald sich die Türe öffnet, nach vorne spurtet und den Bahnsteig entlanghastet als wäre der Leibhaftige hinter ihr her. Fliehen passt da vielleicht besser ...

Naja nach dieser etwas beklemmenden Geschichte noch eine Info:
Ich bin von Freitag bis Monat mit Alex in Osaka :) Danach gibts wahrscheinlich endlich Bilder und nen neuen Post! Außerdem werd ich bei Gelegenheit mal noch die Bilder der letzten Karaokenacht hochladen! Bis denne!